Die Bernsteinschabe – harmloser Einwanderer oder gefährlicher Schädling?

14.04.2015 Seit neuestem werden immer wieder Zoologen und Kammerjäger von verunsicherten Mitbürgern kontaktiert, die Kakerlaken in ihrer Wohnung entdeckt haben wollen. Immer häufiger handelt es sich dabei um die leicht zu verwechselnden Bernsteinschaben und diese sind zum Glück völlig harmlos.

Die wärmeliebende Bernsteinschabe (lat.: Ectobius vittiventris) gehört zur Unterfamilie der Waldschaben. Sie ist ursprünglich in Südeuropa beheimatet von wo aus sie sich über die Schweiz bis nach Baden-Württemberg ausbreiten konnte. Und so wird sie nun auch immer häufiger in bundesdeutschen Wohnhäusern gesichtet. Da sich die Schaben ausschließlich von zersetztem pflanzlichen Material ernähren sind sie, im Gegensatz zur "Deutschen Schabe" (lat.: Blatella germanica) welche es auf unsere Lebensmittelvorräte abgesehen hat, ungefährlich. Bekämpfungsmaßnahmen müssen daher nicht unbedingt unternommen werden. Wenn jedoch der Kakerlakenbefall nicht vollends ausgeschlossen werden kann, empfiehlt sich eine professionelle Schädlingsidentifikation.

Ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet, hat es der Klimawandel der Schabe ermöglicht die Alpen zu überqueren. In den 1990ern wurde sie dann zum ersten Mal in der nördlichen Schweiz gesichtet und 2001 war sie bereits jenseits der Grenze, im Baden-Württembergischen Weil a. Rh. zu beobachten. Im Jahr 2012 kam sie sogar schon im noch weiter nördlich gelegenen Freiburg im Breisgau vor.

Oft wird die ungefährliche Bernsteinschabe mit der ihr ähnlich sehenden "Deutschen Schabe" verwechselt. Diese ist ein ernstzunehmender Hygiene-Schädling, der unsere Lebensmittel kontaminiert wodurch im schlimmsten Falle sogar Krankheiten übertragen werden können. Ein gut erkennbares Merkmal um die Deutsche Schabe zu identifizieren sind die zwei dunkel abgesetzten Streifen auf ihrem Halsschild. Diese fehlen der Bernsteinschabe gänzlich. Auch im Verhalten unterscheiden sich die beiden Schabenarten: Im Gegensatz zur Bernsteinschabe ist die Deutsche Schabe nachtaktiv und flugunfähig. Ferner verfügt sie über einen für sie charakteristischen Fluchtreflex; fühlt sie sich gestört, verkriecht sie sich in der ersten Ritze die sie finden kann.


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